Divestment

Divestment ist Teil eines nachhaltigen und ethischen Investments: Unethische Aktien, Anleihen oder Fonds werden ausgeschlossen.  

Generell gibt es zwei wesentliche internationale Divestment-Kampagnen: „Move the Nuclear Weapons Money“ und „Don’t Bank on the Bomb“. Ziel beider Kampagnen ist es, Aufmerksamkeit für die „Fehlinvestition“ in Vernichtung und Umweltzerstörung zu schaffen sowie Menschen, Staaten und Kommunen aufzufordern, ihre eigenen Investments zu überdenken.

Move the Nuclear Weapons Money – eine Kampagne vom Basel Peace Office, dem International Peace Bureau, dem World Future Council, PNND, Unfold Zero und Abolition 2000.

Bei Move the Nuclear Weapons Money wird primär der Umfang von Investitionen in die Finanzierung von nuklearen Waffen aufgezeigt. Dabei geht es vor allem darum hervorzuheben, wie dieses Geld für humanitäre Zwecke investiert werden könnte.

Laut Move the Nuclear Weapons Money werden in den nächsten 10 Jahren weltweit 1 Billionen USD in die Entwicklung und Instandhaltung der Nuklearwaffenprogramme fließen. Das Geld könnte stattdessen für die gesamten folgenden Punkte verwendet werden:

http://www.nuclearweaponsmoney.org/de/opportunitaetskosten/

Ziel der Kampagne ist es folglich:

  • nukleare Militärausgaben zu kürzen
  • das Divestment von Unternehmen zu bestärken, die nukleare Waffen herstellen
  • die Umverteilung dieser Ausgaben und Investitionen, um dringende ökonomische, soziale und ökologische Bedürfnisse zu erfüllen: Schutz vor Armut, Klimaschutz und Investition in erneuerbare Energien, Schaffung neuer Arbeitsplätze, umfassender Gesundheitsschutz sowie Wohnraum und Bildung für alle.

Neben dem Schaffen von Aufmerksamkeit für die Billionen-Finanzierung von Atomwaffen, bietet die Kampagne zudem Handlungsanweisungen, man kann:

  • …die Bundesregierung, Landesregierung und/oder die eigene Stadt auffordern, öffentliche Gelder nicht in Atomwaffenproduzenten zu investieren und sie somit auffordern, zu desinvestieren. Das Land Baden-Württemberg sowie Stuttgart haben dies bereits getan.
  • …Kirchen, Universitäten, private Altersvorsorge, die Teilhaber von börsennotierten Firmen sind, auffordern sicherzustellen, nicht in Atomwaffenhersteller zu investieren.
  • …die eigene Bank auffordern, Investitionen in Atomwaffenproduzenten zu beenden, sofern sie es nicht bereits getan hat. Bei Don’t Bank on the Bomb findet sich eine Liste dieser Banken.

Don’t Bank on the Bomb – ein Projekt von PAX und ICAN

Don’t Bank on the Bomb ist die einzige Informationsquelle, die regelmäßig die Zusammenarbeit von Unternehmen, die Atomwaffen herstellen, und deren Financiers aufdeckt. Im Speziellen legt der Bericht offen, welche Bank wieviel Geld in Atomwaffenhersteller investiert und welche Bank bereits Richtlinien verabschiedet hat, die das Investment in Atomwaffen ausschließt.

Hierbei wurde herausgefunden, dass 325 Banken ca. 748 Milliarden US-Dollar in die 18 größten Atomwaffenhersteller investierten.

Nach Recherchen von Don’t Bank on the Bomb waren unter diesen 325 auch 11 deutsche Banken:

  • Allianz mit 936,7 Mill. US-Dollar
  • BayernLB mit 518.6 Mill. US-Dollar
  • Commerzbank mit 1,322.3 Mill. US-Dollar
  • Deutsche Bank mit 6,757.4 Mill. US-Dollar
  • DZ Bank mit 1,525.1 Mill. US-Dollar
  • IKB Deutsche Industriebank Aktiengesellschaft mit 163.2 Mill. US-Dollar
  • KfW mit 115.1 Mill. US-Dollar
  • Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) 115.1 Mill. US-Dollar
  • Landesbank Hessen-Thüringen mit 148.1 Mill. US-Dollar
  • Munich Re mit 43.0 Mill. US-Dollar
  • Siemens mit 114.1 Mill. US-Dollar

Zusätzlich reiht Don’t Bank on the Bomb aber auch Banken auf, die sich durch ihre Richtlinien zur Verhinderung von Investitionen in Atomwaffen hervorheben. In dieser Hall of Fame werden 36 Banken aufgelistet, eine davon ist eine Deutsche: Die Bank für Kirche und Caritas.

Darüber hinaus wird auch eine Runners-up-Liste zusammengestellt, welche jene Banken hervorhebt, die Richtlinien mit Schlupflöchern haben. In dieser Liste sind zwei der deutschen Banken zu finden, die mit am meisten in Atomwaffenproduzenten investieren: die Commerzbank und die Deutsche Bank.

Außerdem listet auch Don’t Bank on the Bomb konkrete Handlungsanweisungen auf. Dabei ist die Grundannahme, dass jede*r etwas tun kann: informieren, diskutieren, unterschreiben, verabschieden.

  • Informieren: Hierbei hilft der Campaigner Guide weiter
  • Auf der Webseite findet sich zudem eine ausführliche Checkliste, die jede*n beim persönlichen Divestment unterstützt. 
  • Diskutieren: Social Media nutzen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen; die eigene Bank kontaktieren und klarmachen: „Nicht mit meinem Geld“.
  • Banken meiden, die die Gelder in Atomwaffenproduzenten investieren.

Auch Kommunen können etwas tun:

  • Don’t Bank on the Bomb hat hierfür einen City Guide erstellt
  • Unterschreiben: Kommunen können den ICAN-Städteappell unterschreiben und somit das Verbot von Atomwaffen vorantreiben. Mit der Unterzeichnung sprechen sich Städte und Kommunen dafür aus, dass die Bundesregierung den Atomwaffenverbotsvertrag unterschreibt (Schwäbisch Gmünd und Mutlangen haben dies bereits getan)
  • Verabschieden: Einen Beschluss verabschieden, der Investitionen in Unternehmen, die in die Produktion, Entwicklung, Testen oder Handel von Atomwaffen involviert sind, verbietet.

Nachhaltige Banken, die Investments in Atomwaffenhersteller ausschließen sind zudem:

Quellen:

https://gofossilfree.org/de/was-ist-divestment/

https://www.dontbankonthebomb.com/

http://www.nuclearweaponsmoney.org/de/977-2/

von Leonie Wanner

Reise zur Aktionspräsenz in Büchel

Wir wollten Ende März zur Aktionspräsenz zum Atomwaffenstützpunkt nach Büchel in Rheinland-Pfalz reisen, aber wegen Corona-Virus mussten wir leider dieses Vorhaben aufgeben.

Unter dem Motto „20 Wochen gegen 20 Atombomben“ hatten die Mitwirkenden der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ vor, vom 26. März bis zum 9. August 2020 für den Abzug der US-amerikanischen Atombomben im Fliegerhorst Büchel zu demonstrieren. Diese sind im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ der NATO in der Eifel stationiert. In Büchel üben deutsche Soldaten mit Bundeswehr-Tornados den Transport und Abwurf dieser Atombomben. Die Jugenddelegation der Friedenswerkstatt wollte die Auftaktveranstaltung zur diesjährigen Aktionspräsenz am 26. März mitgestalten und dort auch Arun Gandhi, geb. 1934 den fünften Enkel Mahatma Gandhis und Präsident des Gandhi Worldwide Education Institute, um 14 Uhr treffen.

Neben der Mitwirkung bei der Auftaktveranstaltung hätte sich der Workshop der Vorbereitung auf die Konferenz widmen sollen. Geplant waren Workshops zu Inhalten des Atomwaffensperr- und Atomwaffenverbotsvertrages, zur Öffentlichkeitsarbeit und zu Lobbygesprächen mit den Diplomat_innen von den USA, Russland und NATO-Statten in Europa auf der Konferenz.

Unsere Stimmen für den Frieden

Wir fordern ein atomwaffenfreies Europa

Erster Vorbereitungsworkshop zur NPT RevCon in Mutlangen Mitte Februar 2020

Wir haben uns zu einem dreitägigen Treffen getroffen, um die Arbeit vor, während und nach der Konferenz zu organisieren. Es wurden Ziele der Delegation formuliert, die mit den Zielen der bundesweiten Kampagne „Büchel ist überall – atomwaffenfrei. jetzt!“ übereinstimmen, und der Schwerpunkt der Arbeit wurde auf das Thema atomwaffenfreies Europa hervorgehoben. Wir werden uns nämlich mit allen Diplomat_innen aus Ländern treffen, die an der nuklearen Teilhabe bei NATO teilnehmen, um zunächst ihren Wunsch zu erklären, Atomwaffen vom gesamtem Kontinent abzuziehen. Nur so kann man Sicherheit schaffen. Das Argument für eine NATO-Mitgliedschaft ist ein Stolperstein in Gesprächen mit Politiker_innen über den Bundestagsbeschlusses im Jahr 2010, Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen. Daher möchten wir Belgien, den Niederlanden, Italien und der Türkei die Idee vermitteln, dass Sie ein NATO-Mitglied bleiben können, ohne an der nuklearen Teilhabe teilzunehmen. Laut der Umfrage von Greenpeace in Deutschland im Juli 2019, will 94% der Deutschen, dass Deutschland dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitritt. Der wurde in 2017 von 122 Staaten beschlossen und tritt dieses oder spätestens nächstes Jahr in Kraft. Der Vertrag verbietet die Entwicklung, Lagerung und Einsatz von Atomwaffen.

Wir würden gerne weitere junge Menschen mitnehmen, da wir ihnen eine starke Stimme bei der UNO, insbesondere für die Unterstützung des Atomwaffenverbotsvertrages geben wollen. Wir würden uns über die weiteren Mitreisenden freuen!